Vitamin D und Akne

Das Thema Vitamin D ist in den letzten 10-15 Jahren in Blogs, Artikeln oder Büchern zum Thema Gesundheit verstärkt aufgekommen. Dies liegt vor allem daran, dass beispielsweise in Mittel- und Nordeuropäischen Ländern Vitamin-D-Mangel relativ weit verbreitet ist. Vitamin D hat als Vitamin für den menschlichen Körper gewissermaßen einen Sonderstatus. Es wird nur in relativ geringen Mengen mit der Nahrung (z.B. über Fisch) aufgenommen. Stattdessen wird Vitamin D produziert, indem die Haut mit Sonnenstrahlung (UV-B-Strahlung) in Kontakt kommt. In unseren Breitengraden ist daher die ausreichende Versorgung mit Vitamin D nur in Teilen das Jahres sichergestellt. Auch ein Zusammenhang zwischen Vitamin D und Akne wird in den letzten Jahren näher untersucht.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Akne?

Trotz der Wichtigkeit steckt die Forschung zum Thema Vitamin D relativ gesehen noch in den Kindesbeinen, obwohl sich in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten bereits einiges getan hat. Das sogenannte Sonnenvitamin ist an sehr vielen Prozessen im Körper beteiligt. Daher besteht auch ein Zusammenhang eines Mangels mit verschiedenen Krankheitssymptomen. Die Frage, ob es auch einen Zusammenhang mit Akne geben kann, ist noch recht neu und kann nicht abschließend beantwortet werden. Es gibt aber bereits einige Ansätze.

Eine Metaanalyse1 aus dem Jahre 2021 hat einen Zusammenhang zwischen Akne und niedrigeren Vitamin-D-Leveln festgestellt [1]. Hierbei hatten Betroffene mit Akne niedrigere Vitamin-D-Level als Personen ohne Akne. Außerdem gab es eine negative Korrelation2 zwischen der Stärke der Akne und Vitamin D. Negative Korrelation bedeutet „je weniger, desto mehr“ (eine positive Korrelation bedeutet hingegen „je mehr, desto mehr“). In diesem Falle gilt also: Je geringer die Vitamin-D-Level der Betroffenen, desto stärker die Akne.

In einer Einzelstudie aus Südkorea [2] hatten 48,8% der Personen mit Akne einen Vitamin-D-Mangel und nur 22,5% der Personen ohne Akne.

Kann Vitamin D bei Akne helfen?

Die oben erwähnte südkoreanische Studie wurde aber nach Messung der Vitamin-D-Level noch fortgesetzt. Die Versuchspersonen mit Vitamin-D-Mangel wurden wiederum unterteilt in zwei verschiedene Gruppen. Hiervon bekam eine für die folgenden acht Wochen ein Vitamin-D-Supplement und die andere Gruppe bekam ein Placebo. Die Versuchsgruppe bekam 1000 IU (bzw. IE – Internationale Einheiten) Vitamin D pro Tag, was eine eher moderate Dosis ist. Nach acht Wochen hatte sich die Anzahl der Entzündungen in der Versuchsgruppe um 34,6% verringert. In der Placebo-Gruppe waren es nur 5,8%.

Dies weißt darauf hin, dass Vitamin D bei der Behandlung von Akne durchaus eine wichtige Rolle spielen könnte. Es wäre auch interessant zu erfahren, ob bei höheren Dosen die Verbesserung noch stärker ausfallen würde.

Warum könnte Vitamin D gegen Akne wirken?

Die Forschung steckt hier wie gesagt noch ziemlich in den Kindesbeinen. Daher ist die genaue Wirkungsweise noch unklar und es wird noch mehr Forschung benötigt. Allerdings hat man über Vitamin D bereits einige Erkenntnisse, so dass man durchaus Vermutungen anstellen kann.

Zum einen hat es einige antibakterielle und antientzündliche Eigenschaften. Das könnte auch einer der Gründe sein, weshalb es bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatischer Arthritis, Morbus Crohn oder Lupus helfen kann.

Vitamin D ist außerdem wichtig für die Wundheilung. Daher könnte es dabei helfen, dass Entzündungen bei Akne schneller abheilen. Dass manche Menschen eine Besserung der Akne mit Sonneneinstrahlung bemerken, könnte auch mit Vitamin D zu tun haben.

Quellen von Vitamin D

Überlegt man sich, Vitamin D zu supplementieren, ist es ratsam vorher erst einmal den Vitamin-D-Status zu testen. Dies kann über einen einfachen Bluttest gemacht werden. Denn falls der Vitamin-D-Status bereits hoch ist, kann man sich das Geld sparen und zusätzliche Supplementation könnte sogar zu Problemen führen. Es gibt gewisse Interaktionen zwischen Vitamin D und anderen fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A, K2 oder E. Nimmt man von einem davon hohe Dosen über einen langen Zeitraum ein und vernachlässigt die anderen, kann das problematisch werden.

Wie oben bereits geschrieben, wird Vitamin D in der Haut bei Kontakt mit UV-B-Strahlung produziert. Abgesehen von den Breitengraden, in denen wir leben, gibt es hier aber noch andere Probleme. Sonnencreme blockiert z.B. den Großteil der UV-B-Strahlung, weshalb kein oder sehr wenig Vitamin D produziert wird, wenn Sonnencreme aufgetragen wurde. Allerdings machen gerade einige Mittel bei Akne (z.B. Isotretinoin oder BPO) die Haut sehr lichtempfindlich und es ist daher ratsam, Sonnenschutz zu benutzen.

Daher ist Supplementation häufig der beste und einfachste Weg, um eine Unterversorgung zu vermeiden oder zu beheben. Es gibt hier einige Tropfen, die beispielsweise in MCT-Öl gelöst sind. Da Vitamin D fettlöslich ist, ist eine geringe Menge an Fett bei der Aufnahme wichtig (es muss nicht viel sein). Ich persönlich bevorzuge Tropfen mit einer Dosierung von 1000 IE pro Tropfen. Die Dosierung fällt so leichter als wenn man direkt 5000 IE pro Tropfen nimmt.

 

Fußnoten und Quellen

1) Eine Metaanalyse ist eine statistische Analyse, bei der keine neue Studie durchgeführt wird, sondern bereits vorliegende Studien zu einem Thema analysiert und statistisch ausgewertet werden. In dieser Metaanalyse wurden 13 Studien betrachtet, die einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Akne untersucht haben.

2) Es sollte kurz dazu gesagt werden, was Korrelation bedeutet. Wenn es eine Korrelation zwischen A und B gibt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass A aus B folgt oder umgekehrt. Der Zusammenhang könnte auch zufällig sein oder es könnte eine dritte Sache geben, von der sowohl A als auch B abhängen. Eine Korrelation gibt aber einen wichtigen Hinweis darauf, dass es einen direkten Zusammenhang geben könnte. Dieser müsste dann näher untersucht werden.

[1] Hasamoh Y., Thadanipon K., Juntongjin P. (2021) – Association between Vitamin D Level and Acne, andCorrelation with Disease Severity: A Meta-Analysis

[2] Kim SK et al. (2016) – Comparison of Vitamin D Levels in Patients with and without Acne: A Case-Control Study Combined with a Randomized Controlled Trial

3 Kommentare:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert